Grächner Dorflifte

Die flachen Hänge im Grächner Dorf waren Ideal für Anfänger des Schneesports. Daher nicht verwunderlich, dass es an diesen Hängen früh Skilifte gab, welche teils von Privaten Anwohnern finanziert wurden. Gleichzeitig mit der Sesselbahn zur Hannigalp entstanden gerade zwei Anlagen, der südlich gelegene Skilift Heiminen und der bekanntere Bina-Lift, der ab 1972 gar einen Partner auf demselben Feld bekam. In den 60er Jahren wurde ein dritter Dorflift eröffnet, diesmal eine steilere Anlage im Gebiet Egga. Technisch waren diese Dorflifte allesamt sehr leichte Fabrikate und recht kurz, gegenüber den Seilbahnen auf der Hannigalp. Auch noch zu erwähnen ist der Skilift Spieli-Burwald, der von der Talstation der Hannigalpbahn in den Hang bis unterhalb des Fusswegs zur Hannigalp führte sowie eine eine Anlage im Nachbardorf Gasenried.




Bina-Lift I  
Nummer auf Karte: 1
Betriebsdauer: 50er bis 80er Jahre
Hersteller Zurschmitten oder Baco
Bina-Lift II  
Nummer auf Karte: 2
Betriebsdauer: 70er bis 90er Jahre
Hersteller unbekannt

Der Bina-Lift war von seiner Lage her am Besten erreichbar, sowohl von Bina als auch vom Zentrum Grächens. Deshalb war er wohl auch der begehrteste Dorflift. Er wurde ungefähr parallel zur ersten Hannigalpbahn 1958 errichtet. Von ihm gibt es zwei sehr bekannte Bilder, sogar gefilmt wurde er vom damaligen Nachrichtensender Carrefour. Heute ist dieser Filmbeitrag auf der Homepage von RTS online gestellt, den ich auf meinen Youtubekanal übertragen habe. Der Hersteller des Liftes könnte meiner Meinung nach Zurschmitten lauten, eine Stahlbaufirma die schon auf der Riederalp Schneesportanlagen baute sowie auch viele Transportseilbahnen im Oberwallis verkaufen durfte. Die filigranen Stützen könnten aber auch auf die Firma Baco aus Steffisburg hinweisen. 1972 wurde ein zweiter Lift Namens Bina-Fäldji an diesem Hang gebaut(Nummer 2 auf der obigen Karte). Von ihm gibt es aber weder Bilder noch Filmausschnitte. Beide Bilder darunter gehören Herrn Reinhard Walter, Autor des Heft "Ein halbes Jahrhundert Wintersport in Grächen".



Heiminen-Lift  
Nummer auf Karte: 3
Betriebsdauer: 50er bis 70er Jahre
Hersteller unbekannt

Auch einer der ersten Lifte im Dorf war der Skilift Heiminen-ins Loch. Leider fand ich bisher nur dieses eine Bild von Herrn Reinhard Walter, Autor des Heft "Ein halbes Jahrhundert Wintersport in Grächen". Mit diesem Foto allerdings ist es unmgölich den Hersteller herauszufinden. Er dürfte auch nicht sehr lange in Betrieb gewesen sein, da er wohl wegen neuen Chalets weichen musste. Nach alten Pistenplänen zu beurteilen war er bis ca. in die 70er Jahren in Betrieb.



Egga-Lift  
Nummer auf Karte: 4
Betriebsdauer: 60er bis 70er Jahre
Hersteller: Zurschmitten oder Baco

Etwas steiler und vor allem sonnenorientierter war der Dorfskilift Egga. Seine Pisten dürften keineswegs Schneesicher gewesen sein, das würde auch auf eine kurze Betriebsdauer hindeuten, denn auf einem Pistenplan von 1980 ist er schon nicht mehr eingetragen. Wie beim ersten Bina-Lift könnte auch der Egga-Lift entweder von Zurschmitten oder Baco erbaut worden sein. Das unter Foto fand ich bei delcampe.net.



Skilift Spieli-Burwald  
Nummer auf Karte: 5
Betriebsdauer: unbekannt
Möglicher Hersteller: Müller

Etwas gar unbekannt ist heute ein Lift, der von der Talstation der Hannigalpbahn in den Hang bis unterhalb des Fusswegs zur Hannigalp führte. Wann er in Betrieb war ist mir schleierhaft. Jedoch könnte er von der Firma Müller stammen, was ich aus dem unteren Bild einer alten Postkarte herauslesen kann. Ob meine Theorie richtig ist mag ich zu bezweifeln.



Skilift Gasenried  
Nummer auf Karte: 6
Betriebsdauer: 60er bis 80er Jahre
Möglicher Hersteller: unbekannt

Noch nie sah ich ein Bild von ihm, er existierte allerdings zu 100%. Auf einer Schweizer Karte von Swisstopo unter der Rubrik Zeitreise ist er sehr gut zu erkennen. Etwas oberhalb vom Dorf Gasenried startete er und endete etwas im Wald wie auf der unteren Karte zu sehen ist. Dass er heute nicht mehr steht ist eigentlich logisch, Gasenried war nämlich nie an das grosse Skigebiet erschlossen, somit er wohl nicht Rentabel betrieben werden konnte.



Die Informationen, die auf dieser Seite der Dorflifte bereitgestellt werden, sind das Ergebnis monatelanger Arbeit mit Recherchen im Internet und dem Studieren von diversen Karten. Die meisten Informationen konnte ich der Broschüre "Ein halbes Jahrhundert Winersport in Grächen" von Reinhard Walter entnehmen. Weiter ermöglichte mir www.bergbahnen.org, an interessante Informationen zu gelangen. Nach wie vor bin ich aber interessiert an Daten, die diese Seite ergänzen würden. Falls Sie in Grächen wohnhaft sind oder Leute kennen, die im Besitz von historischem Material sind (z.B. von Karten oder Bildern), wäre ich sehr froh, wenn Sie sich über meine E-Mail Adresse jan.salvisberg(at)gmail.com bei mir melden würden.

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